Idas Geschichte
Ida hat ihr Zuhause zweimal verloren. Im Februar 1945 wurde ihr Elternhaus zum Lazarett, nach Kriegsende war es unbewohnbar, im August musste die Familie ohne Habe gehen. In Ludwigsburg lebten sie zunächst zu acht in einem Zimmer der Marstall-Kaserne. Die Familie sparte, bis sie in ein Dreifamilienhaus in Pflugfelden ziehen konnte. Ida nennt Pflugfelden ihre zweite Heimat.
Zuhause? Was ist das?
Eine Gruppe von uns hat zu diesem Ort einen Film entworfen. Er beginnt mit Bildern zerstörter Wohnviertel und eines vergessenen Teddybärs und stellt die Frage: Zuhause? Was ist das? Danach zeigen Bilder, was ein Zuhause heute sein kann, Sicherheit und Geborgenheit, aber auch Streit in der Familie. Dann erzählen die Zeitzeug:innen, wie der Krieg ihr Zuhause verändert hat.
Historische Einordnung
Die Sudetendeutschen bildeten bis 1945 eine bedeutende Bevölkerungsgruppe in der Tschechoslowakei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten von ihnen aus ihrer Heimat vertrieben oder ausgesiedelt. Die historische Forschung betrachtet diese Ereignisse im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Besatzungs- und Vernichtungspolitik sowie den politischen Entscheidungen der Nachkriegszeit. Gleichzeitig wird das Leid der Vertriebenen anerkannt, ohne die nationalsozialistischen Verbrechen oder die Singularität der Shoah zu relativieren.
Was dieser Ort für Ida und für uns bedeutet
„Zuhause, da ich mich entspannen darf.“
„Zuhause: hauptsächlich Sicherheit, man fühlt sich wohl.“
„Familie immer zusammen.“
„Nun wisst ihr, wie das eigene Zuhause früher aufgenommen wurde. Wie hat das eure Sicht zum Thema Zuhause verändert?“