Ida und der Marstall

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Idas Geschichte

Nach Monaten im Lager kam Ida 1946 mit einem der letzten Transporte über Ulm und Bietigheim nach Ludwigsburg. Ihre Familie zog in die Marstall-Kaserne, in ein ehemaliges Offizierszimmer. Dort lebten sie zu acht in einem Raum, das Essen gab es auf Lebensmittelkarten. Und doch begann hier etwas Neues: Sie durften das Lager verlassen und mussten nicht mehr hungern.

Heute ist der Marstall für uns ein ganz anderer Ort. Wir treffen uns hier nach der Schule, essen im Foodcourt und gehen einkaufen. Wo wir heute sitzen, lebte Ida mit acht Menschen in einem Zimmer.

Historische Einordnung

Die Sudetendeutschen bildeten bis 1945 eine bedeutende Bevölkerungsgruppe in der Tschechoslowakei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten von ihnen aus ihrer Heimat vertrieben oder ausgesiedelt. Die historische Forschung betrachtet diese Ereignisse im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Besatzungs- und Vernichtungspolitik sowie den politischen Entscheidungen der Nachkriegszeit. Gleichzeitig wird das Leid der Vertriebenen anerkannt, ohne die nationalsozialistischen Verbrechen oder die Singularität der Shoah zu relativieren.

Der Marstall entstand um 1713 als herzoglicher Pferdestall. Zwischen 1842 und 1869 übernahm ihn das Militär als Kaserne, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dort Geflüchtete untergebracht. 1958 kaufte die Stadt das Areal, 1974 eröffnete das Einkaufszentrum, 2015 nach einer Generalsanierung neu.

Was dieser Ort für Ida und für uns bedeutet

„Egal ob essen, shoppen oder einfach mit Freunden treffen: Im Marstall-Center kann man das alles machen. Früher ein Pferdestall, danach eine Kaserne und heute ein Einkaufszentrum.“

„Es bietet Platz für viele Familien verschiedener Kulturen.“

„Die Menschen machen den Ort besonders.“

„Dass sich viel verändert hat: Zeitenwandel.“