Ein Ort, der zum Innehalten einlädt
Der Alte Jüdische Friedhof an der Battonnstraße gehört zu den ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfen Deutschlands. Vom 13. Jahrhundert bis ins frühe 19. Jahrhundert wurden hier Mitglieder der Frankfurter jüdischen Gemeinde bestattet. Über 2.500 Grabsteine sind erhalten geblieben und erzählen von mehr als 800 Jahren jüdischen Lebens, Glaubens und Gemeinschaft in Frankfurt. Fast 12.000 Namensblöcke an seiner Außenmauer erinnern heute an die Frankfurter Opfer der Shoah.
Im Rahmen unserer Projekttage wollten die Schülerinnen und Schüler ursprünglich das Museum Judengasse besuchen. Da das Museum an diesem Tag geschlossen war, erhielt unsere Gruppe die besondere Möglichkeit, den Alten Jüdischen Friedhof exklusiv zu besuchen. Allein zwischen den historischen Grabsteinen entstand eine außergewöhnliche Atmosphäre der Ruhe und Reflexion. Wir nahmen uns Zeit, den Ort auf uns wirken zu lassen und über die Bedeutung von Erinnerung nachzudenken.
Wenn wir diesen Ort besuchen, was bedeutet es für uns Enkelin und Enkel Europas zu sein?
Man sollte hier bewusst hingehen und sich bewusst darauf einlassen, diesen Ort zu besuchen und ihm mit Respekt begegnen.
Wir bekommen die europäische Geschichte weiter vererbt und sind diejenigen, die diese weiter schreiben, aber auch die alten Geschichten beibehalten und bewahren.
Es bedeutet, dass man eine große Verantwortung hat, sich historische Ereignisse zu merken, da man so das Leid immer im Gedanken hat. Außerdem ist das Lernen aus Erfahrungen wichtig für eine Verbundenheit.
Enkel Europas sein bedeutet, die Vergangenheit als Verpflichtung und Ansporn zu nehmen und sich für Einheit, Verständigung und Zusammenhalt stark zu machen.